Vorgeschmack auf den Winter

Der "goldene Oktober" ist in diesem Jahr irgendwie zu kurz gekommen. Im Gegensatz zum letzten Jahr war es in diesem Herbst ziemlich mau mit Fliegen. Am letzten milden und sonnigen Oktoberwochenende haben wir unser Wissen beim Pilotentag der Deutschen Flugsicherung erweitert, das war sehr interessant. Und nun ist gefühlt der Winter schon da mit frostigen Temperaturen. Aber wir wollten und mussten mal wieder in die Luft, also hieß es: dick einpacken!

Als wir bei der letzten Tour mit dem Flugplatz Halle die Nr. 99 angeflogen sind dachten wir, die 100 sollten wir dieses Jahr auf jeden Fall noch schaffen. An diesem sonnigen Sonntag wollten wir mit dem Flugplatz Rheine Eschenbach die Reihe voll machen. Sind ja nur knapp 170 km. Aber, wir kennen inzwischen die Wetterlagen im November nur zu gut (Stichwort Erfurt), das Risiko war uns zu hoch. Der Flugwetterbericht sprach von örtlichen Nebelfeldern mit Vereisungsgefahr. Also entschieden wir uns für einen bzw. zwei Lokalflüge. Auch wenn es sehr kalt war, die tiefen Nebelschwaden sehen von oben fantastisch aus und die vertraute Umgebung erscheint in einem ganz anderen Licht. Zwischen den Flügen kurz aufwärmen, Kakao trinken und im "Fliegerbunker" dummes Zeug reden. Das war ein schöner Nachmittag und wer weiß, vielleicht wird es ja bald wieder wärmer.

Besuch in Halle

Wir hatten uns eigentlich schon auf Winter eingestellt. Nach der letzten tollen Tour an die Nordsee war das Wetter in den darauffolgenden drei Wochen so ungemütlich, dass wir gar nicht mehr an einen goldenen Oktober geglaubt haben. Dann klappte es doch noch und wir planten eine Tour nach Halle-Oppin (EDAQ), verbunden mit einem Freundschaftsbesuch. Der Hinflug am Harz entlang war ziemlich turbulent, weil wir durch den Wind aus Süden im Lee flogen. Ab Quedlingburg legten sich die Turbulenzen und die restlichen 60 km verliefen entspannt über die Saale hinweg.

Am Flugplatz angekommen wartete unser Besuch schon, eine Jugendfreundin von Roger. Wir lernten dabei auch ein nettes Crewmitglied der Bundespolizei kennen und konnten uns sein Arbeitsgerät, eine EC135, aus der Nähe anschauen. Das war sehr interessant und wir haben uns gut unterhalten. Der Duft des Essens ließ uns aber nicht kalt, denn der Flugplatz ist bekannt für sein Lokal "Schnitzeltower". Dort gibt es sagenhafte 71 verschiedene Schnitzelvarianten zur Auswahl! Also ein Besuch reicht hier definitiv nicht aus, denn man möchte am liebsten alle Varianten probieren. Nach dem Essen haben wir noch einen kurzen Ausflug in die Innenstadt von Halle unternommen und uns dann zeitig wieder auf den Heimweg gemacht, denn die Tage werden leider wieder merklich kürzer. Schön war´s und wir kommen gerne wieder!

Spätsommer an der Nordsee

Seit unserem letzten Flug Ende August waren drei Wochen vergangen. Endlich stand mal wieder ein Wochenende bevor, an dem ungetrübter Sonnenschein angekündigt war. Franzi´s Schwester hatte sich im letzten Jahr zum 50. Geburtstag einen großen Rundflug gewünscht, diesen mussten wir bereits zweimal verschieben. Nun aber passte alles und an diesem sonnigen Wochenende sollte es endlich soweit sein. Das Wetter war perfekt! Strahlend blauer Himmel und kaum Wind. Nach einer kurzen Eingewöhnung hat Susanne den Flug an der Nordseeküste sehr genossen, anschließend ging es noch um das Zwischenahner Meer. Das hat richtig Spaß gemacht!

Am nächsten Tag ging es für uns erneut Richtung Nordsee. Es ist immer wieder unbeschreiblich schön zu den Inseln zu fliegen! Das Wattenmeer sieht toll aus von oben, die Farben und Formen und dazu der strahlend blaue Himmel. Diese Eindrücke lassen sich kaum mit der Kamera festhalten.

An diesem Tag stand der Flugplatz Baltrum (EDWZ) auf dem Plan. Telefonisch haben wir uns kurz vor dem Abflug in Felde angemeldet, der Flugleiter wohnt in Sichtweite des Platzes und hat uns erwartet. Auf Baltrum ist es aber auch nicht schwierig in Sichtweite von der Landebahn zu wohnen, denn der Ort ist kaum länger als der Flugplatz!

Die Insel ist viel ruhiger als die anderen ostfriesischen Inseln. Das Follow Me "Fahrzeug" bei der Flugaufsicht lässt es schon vermuten, dass die Uhren hier langsamer ticken. Wir haben einen gemütlichen Spaziergang durch den Ort gemacht und das Wetter am Strand genossen. Noch vor der Mittagspause (zwischen 13 und 15 Uhr) sind wir allerdings wieder gestartet. Die Sicht war so gut, dass wir bis zur Vogelinsel Mellum alle Inseln sehen konnten. Einfach fantastisch!

Der Tankstop in Leer ist bei unseren Küstenflügen inzwischen zum gewohnten Standard geworden. Dieses Mal waren wir nicht als einzige mit dem Tragschrauber dort. Kurz vor uns ist ein Pärchen gelandet, die mit ihrem Calidus genau wie wir von Baltrum kamen. Die beiden haben ihre Maschine in Leer stehen und fliegen zusammen mit ihren zwei Hunden häufig auf die Insel. Das nächste Pärchen war gleich mit zwei Tragschraubern dort. Kerstin und Marco, auch bekannt unter dem Namen Küstenflieger, kommen aus Conneforde und sind ebenfalls Stammgäste in Leer. Wir haben schon von den beiden gehört, jetzt konnten wir uns mal kennenlernen. Wir hätten uns gerne noch länger unterhalten, aber der Rückflug nach Hildesheim mit Gegenwind stand uns noch bevor. Also haben wir unsere Kontaktdaten ausgetauscht und freuen uns auf ein Wiedersehen!

Stochern im Dunst

Nach unserem Urlaub in Bayern wollten wir unsere Urlaubszeit noch für einen größeren Tagesausflug nutzen. Die Wahl fiel auf den Flugplatz Heide-Büsum (EDXB) an der Schleswig-Holsteinischen Nordsee. Er liegt günstig in der Nähe des hübschen Seebades und bietet außerdem kostenlosen Fahrradverleih. Gewitter waren für den Tag zwar angesagt, aber eher im Osten und daher nicht auf unserer Route. Der Flug ist mit 230 km recht lang und aufgrund der landschaftlich geringen Reize auch recht öde. Erst bei Erreichen der Elbe wird die Natur interessanter. Auf einmal tauchte ein Tornado auf und querte unsere Route in gefahrloser Entfernung. Kurz darauf kamen zwei weitere Tornados und machten durch Kurvenmanöver in unserer Sichtweite auf sich aufmerksam. Aber so schnell sie gekommen sind waren sie auch wieder im Dunst verschwunden.



Wir wussten von der Internetseite, dass auf dem Flugplatz in Büsum das Restaurant aufgrund von Filmaufnahmen geschlossen war. Daher hat es uns auch nicht überrascht, als wir am Funk aufgrund gerade stattfindender Dreharbeiten direkt keine Landegenehmigung bekommen haben. Wir sollten noch etwa 10 Minuten kreisen und würden dann landen können. Leider kam kurz darauf ein erneuter Funkspruch mit der Bitte um Verständnis, ein andermal wiederzukommen. Ein Tragschrauber passt momentan einfach nicht in den Ablauf. Gepasst hat es uns nicht und das Verständnis war gering, weil in den "NOTAMS" (Verkehrsmeldung für Piloten) nicht auf Einschränkungen im dortigen Flugbetrieb hingewiesen wurde. Ärgerlich!

Wir sind dann zunächst in St. Michaelisdonn (EDXM) gelandet, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Letztendlich haben wir uns für den Rückflug entschieden, weil die Sicht und die schwülen Temperaturen uns an diesem Tag das Fliegen wenig Freude bereitet hat. Auftanken in Uetersen-Heist, den Platz kannten wir bereits und wussten, dass wir dort Mogas bekommen können. Auf dem Rückflug stellte sich dann immer deutlicher heraus, wie gut der frühe Rückflug in das Wettergeschehen passte. Denn vonwegen nur im Osten Gewitter. Als wir an Hannover vorbeiflogen sahen wir bereits dunkle Wolken aufziehen und kurz nach der Landung in Hildesheim um 16 Uhr bildeten sich auf breiter Linie mehrere Gewitterzellen. Hätte unser Plan mit Büsum funktioniert, wären wir an dem Tag wetterbedingt nicht zurückgekommen. Was für ein Glück, dass wir unseren Plan in Büsum nicht umsetzen konnten!

Urlaub in Bayern

In unserer mittlerweile vierten Tragschrauber-Saison sind wir im August in den dritten Urlaub mit unserem Gyro gestartet. Dieses Mal sollte es aber eine längere Reise werden, nicht einzelne Mehrtagestouren wie in der Vergangenheit. Daher war es erforderlich, unser Gepäck per DHL vorauszuschicken. Ziel war Kempten im Allgäu. Der dortige Verkehrslandeplatz (EDMK) bot von der Infrastruktur her alles, was wir im Urlaub so brauchen. Auf dem Hinflug wollten wir zunächst eine Nacht in der Oberpfalz verbringen. Anton hat mit seiner UL Flugschule die Zelte in Nittenau-Bruck abgebrochen und schult fortan am Flugplatz Weiden (EDQW), ihm wollten wir einen Besuch abstatten.

Das Wetter war prima. Mit knapp 20 Grad zwar etwas frisch, aber eine tolle Sicht und und nur ein paar Schönwetterwolken. An dem kleinen Platz in Weiden war reger Schulbetrieb. Bernhard drehte mit Tragschrauberschülern seine Runden und Anton war mit der C42 unterwegs. Nach dem Wiedersehensplausch haben wir uns aber doch ganz kurzfristig entschieden, den Weiterflug nach Kempten noch am selben Tag durchzuführen. Denn das Wetter sollte am Folgetag nicht mehr so gut sein und wir wollten kein Risiko eingehen. Also haben wir noch mit den Hotels alles klar gemacht und sind dann wieder los. Das war insgesamt schon ganz schön weit, denn der Flugweg war für zwei Tage geplant. Insgesamt sind wir an diesem Tag knapp 600 km geflogen! Das Allgäu ist einfach traumhaft mit dem Bergpanorama. Der Flugplatz Kempten liegt wunderschön zwischen einem kleinen Badesee und der Stadt. Der Anflug erschien uns zunächst kompliziert, weil es dort zwei sich kreuzende Pisten gibt. Auf der 25 wurde gestartet und auf der 35 gelandet. Da sind exakte Positionsmeldungen gefragt! Zu zweit ist aber auch das kein Thema und nur beim ersten Anflug schwierig.

In Kempten angekommen war als Flugleiter nur eine Aushilfe anwesend, er konnte uns keinen Hallenplatz geben! Für uns zunächst frustrierend, haben wir uns doch ein paar Tage vorher extra noch erkundigt, ob das Unterstellen möglich ist. Dank hilfsbereiter Piloten am Platz konnten wir aber für eine Nacht in der Halle von der Flugschule Michael Bergmann unterkommen. Super! Am nächsten Tag war die Chefin Brigitte im Turm und hat uns sehr herzlich begrüßt. Sie half uns, in einer Halle noch ein "Eckchen" für unsere kleine Maschine zu finden. Viel Platz brauchen wir schließlich nicht. Es hat geklappt und wir waren sehr dankbar, dass der Gyro nun dauerhaft seinen Platz im Trockenen hatte.

Der nächste Tag war wie geplant flugfrei und bot sich für eine Stadtbesichtigung in Kempten an. Es ist ein modernes Städtchen mit einer imposanten Residenz und einem schönen Hofgarten. Was wir nicht bedacht hatten, dass an diesem Tag in Teilen Bayerns Feiertag war! Geschäfte zu, klar. Aber es kommt auch in Bayern an Feiertagen keine Post, somit auch kein Koffer. Kein Problem, für 2-3 Tage waren wir ausgerüstet. Gefreut haben wir uns auf das bayrische Essen, das schmeckt uns (neben der schwäbischen Küche) einfach am besten!

An diesem Tag wollten wir eigentlich nach Zell am See in Österreich fliegen. Es war alles vorbereitet, geplant und wir waren ganz pünktlich um 9 Uhr am Flugplatz. Nochmal eben schnell Flugwetter geschaut und...ach du Scheiße! Ist ja alles "X-Ray" (gesperrt)! Da haben wir Flachlandtiroler die Schönwetterwolken glatt unterschätzt. Sie waren einfach zu niedrig und im Alpenraum dichter, somit kein Flugwetter für die Berge. Also flux umgeplant und eine Tour zum Bodensee vorbereitet. Wir waren vor zwei Jahren schon einmal kurz am Bodensee, allerdings nur ganz im Westen in Radolfzell. Nun sind wir über Lindau und dem Rheinzufluss geflogen und konnten uns nicht satt sehen an der Schönheit der Landschaft! Der See ist gigantisch groß und die Orte am See haben toskanisches Flair. Der Zufluss vom Rhein sieht aus der Luft genial aus, wie sich das helle Bergwasser in den dunklen See ergießt. Klasse!

Und dann sind wir noch einem Zeppelin begegnet, was in der Heimat der Zeppeline im nahen Friedrichshafen nichts Außergewöhnliches ist. Aber hinterher zu fliegen und das Flugobjekt aus der Nähe zu fotografieren, das war was Besonderes! Man könnte stundenlang am Ufer entlang fliegen und würde immer wieder was Neues und Schönes entdecken. Nur leider reicht der Sprit nicht so lange :-) Einen kurzen Zwischenstop haben wir noch am Flugplatz Leutkirch (EDNL) gemacht, für einen Cappuccino und als weiteren Flugplatz in unserer "Sammlung".

Der Flugweg zwischen Leutkirch und Kempten lohnt kaum zum Motoranlassen, es sind nur 30 km, daher musste noch ein Umweg her. Es ging zu einem ganz besonderen Highlight unserer Reise: dem Schloss Neuschwanstein. Unbeschreiblich schön ist der Anblick des Schlosses am Fuße der Berge! Davor liegt Füssen, der Forggensee sowie das Schloss Hohenschwangau am Alpsee. Man muss ein wenig Acht geben, denn es sind einige Flieger bzw. Gleitschirmpiloten unterwegs und wollen den Anblick genauso genießen wie wir. Sogar von oben kann man die Menschenmassen sehen, die sich im Innenhof des Schlosses tummeln. Von einem unserer "Landbesuche" vor etlichen Jahren wissen wir, dass man ohne vorher gebuchte Eintrittszeit kaum eine Chance auf eine spontane Besichtigung hat. Das ist das Schöne am Fliegen, da braucht man keinen Eintritt zum Sightseeing!

Am Tag vier unserer Reise stand ein Treffen mit einer Freundin aus Hannover auf dem Plan. Cordi, die sich zeitgleich am Ammersee erholt, freute sich auf unseren Besuch. Als passenden Flugplatz haben wir Jesenwang (EDMJ) ausgesucht. Ein toller Platz mit einem coolen Flugleiter. "Roger-Franz" begrüßte uns schon am Funk echt bayrisch und machte uns den Platz als Urlaubsstandort schmackhaft. Der Flugplatz ist bei schönem Wetter täglich geöffnet, Hallenplatz kein Problem, Hotel in 10 Minuten Fußmarsch entfernt und es gibt ein Restaurant am Platz. Es ist richtig viel los dort und beim Anflug auf die Piste 07 muss sogar der Verkehr auf der nebendran liegenden Straße vor der Ampel warten, um landende Maschinen passieren zu lassen.

Der Ammersee ist der drittgrößte See Bayerns und fasziniert mit seinem klaren Wasser und dem schönen Uferbereich. Gemeinsam mit Cordi waren wir in Dießen und auf einem kleinen Markt in Herrsching. Es war ziemlich warm und da unser Koffer noch nicht geliefert wurde, liefen wir noch mit dicken Schuhen und langer Hose rum. Etwas anstrengend, aber mit einem kühlen Bier im Schatten lässt sich auch das gut ertragen.

Bevor wir uns auf den Rückweg nach Kempten gemacht haben boten wir Cordi noch einen Rundflug über den Ammersee an. Der Flug hat Cordi gut gefallen und sie konnte das "Freiheitsgefühl" erleben, was man ganz besonders im offenen Tragschrauber empfinden kann.

Zurück im Hotel in Kempten dann die Ernüchterung: unser Koffer war immer noch nicht da! Nun war es echt ärgerlich, denn aufgrund des Wochenendes war nun eine Zustellung nicht vor Montag möglich. Für uns gab es zwei Optionen: Urlaub abbrechen und nach Hause fliegen oder verlängern. Wir entschieden uns für Letzteres. Schließlich hatten wir immer noch Zell am See als Wunschziel und nach zwei bevorstehenden Schlechtwettertagen sollte der Sommer wieder Einzug halten. Da uns Jesenwang so gut gefallen hat entschieden wir uns für einen Hotelwechsel. Am Sonntag schien die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Eigentlich auch perfekt für einen Flug nach Österreich, so schien es. Jedoch stand ein Wetterwechsel bevor und es war Föhnwind. Am Flugplatz in Kempten sagte uns ein Pilot, dass er schon geflogen ist und es in der Nähe der Berge ziemlich turbulent sei. Nix für uns, dafür fehlt uns einfach die Erfahrung. So sind wir nach Jesenwang geflogen und haben den Nachmittag am Ammersee verbracht. Cordi war ein Schatz und hat uns für zwei Tage ihren Polo überlassen.

An den zwei Folgetagen war Fliegen wetterbedingt nicht möglich. So hatten wir die Gelegenheit, endlich in Kempten unseren angelieferten Koffer abzuholen sowie die Gegend zu erkunden. Dann zog die Schlechtwetterfront ab und wir konnten wieder fliegen. Zwar immer noch nicht nach Österreich, aber es gibt ja noch eine Menge anderer Ziele. So flogen wir über München, die Stadt mit einer sehr großen Ausdehnung ist hinsichtlich des Luftraums komplett unbeschränkt. So ganz haben wir uns nicht über das Zentrum getraut, denn "Notlandeflächen" sind rar. Highlights auf dem Flug: Schloss Nymphenburg, der Olympiapark und der Bahnhof nebst Theresienwiese. Zurück ging es über den Starnberger See, der noch größer ist als der Ammersee.

Nach dem Flug haben wir uns erst einmal im Flugplatzrestaurant mit einem leckeren Schnitzel gestärkt. Wir konnten einem munteren Treiben am Platz zusehen. Denn neben dem Flugverkehr waren auch etwa 40 Kinder im Rahmen einer Ferienaktion am Platz. Betreut wurden sie von sehr engagierten Helfern des Vereins "Pro Luftfahrt Jesenwang". Ein Verein, der sich um die fliegerischen Belange am Flugplatz kümmert und gleich den Nachwuchs an die Fliegerei heranführt. Natürlich wurde auch unser Tragschrauber eingehend inspiziert und wir konnten die Funktionsweise erklären. Dann sind wir nochmal los, dieses Mal Richtung Nordwesten. Ziel war der Flugplatz Heubach (EDTH) bei Aalen. Recht ausgestorben war es bei unserem Besuch, aber als Nummer 96 immerhin ein weiterer Platz auf unserer Liste. Außerdem schien auf der schwäbischen Alb die Sonne, während sich im Voralpenraum beharrlich die Wolken hielten.

Leider entwickelte sich das Wetter nicht so ganz nach unseren Vorstellungen. Während in Niedersachsen herrlichstes Sommerwetter Einzug gehalten hatte, blieb es in Südbayern eher trüb und kühl. Auch die Vorhersage für die weiteren Tage verhieß kein optimales Wetter, um einen Flug nach Zell am See unternehmen zu können. Ein Risiko gehen wir nicht ein, es muss für uns schon wirklich passen. So haben wir uns dann entschieden, nach insgesamt zehn Urlaubstagen die Heimreise anzutreten. Was auf jeden Fall klar ist: wir werden wieder nach Jesenwang kommen! Es hat uns dort sehr gut gefallen und wir haben viele nette Menschen kennengelernt. Zudem ist es als Ausgangspunkt für einen Flug nach Österreich optimal. Unseren Heimflug haben wir teilweise über den Wolken gemacht, das ist immer traumhaft! Nach unserem Tankstopp in Hassfurt-Schweinfurt waren keine Wolken mehr da, strahlend blauer Himmel und knapp 30 Grad versüßten uns den langen Heimflug. Es waren sehr ereignisreiche Tage und es ist immer wieder faszinierend, dass man mit so einem kleinen Tragschrauber so weit und so schön verreisen kann. Die Bilder in unserem Kopf werden noch lange nachwirken.

Sonntagsausflug nach Northeim

An diesem Tag hatten wir keine Energie für einen weiten Flug. Aber ein bisschen fliegen wollten wir schon, denn ein Wochenende später ist der Flugplatz wegen Mera Luna für etliche Tage voll gesperrt. So fiel unsere Wahl auf Northeim (EDVN). Der kleine Flugplatz nördlich von Göttingen ist am Wochenende regelmäßig besetzt und hat eine kleine, 685m lange Graspiste. Die hübsche Fachwerkstadt ist etwa 3,5 km vom Platz entfernt und somit noch in Fußreichweite. Viel los war nicht in der schönen Altstadt. Kein Wunder, ist ja auch Sonntag. Nach einer kurzen Pause in einem Café sind wir dann auch wieder zurück zum Platz. Nach dem Start führte unser Weg über die von der Autobahn A7 geteilten Northeimer Seen. Das könnte beim nächsten Besuch unser Ziel sein, wenn der Flugplatz die geplanten Mietfahrräder angeschafft hat.

Oldies in Bad Gandersheim

Der Sommer hat glatt drei Wochen Pause gemacht, nun ist es endlich mal wieder warm! An diesem Tag waren jedoch für den Nachmittag kräftige Gewitter angesagt. So fiel unsere Entscheidung für einen kurzen Flug nah der Heimat. In Bad Gandersheim (EDVA) fand an diesem Wochenende ein Treffen mit Oldtimer-Flugzeugen statt. Do-27 und Piaggo P48 waren zahlreich vertreten, außerdem noch Do-28, Fieseler Storch und einige Besucherflieger. Es war richtig was los und der Verein hat den Platz liebevoll hergerichtet mit gemütlichen Sitzecken, Getränkewagen und einer Würstchenbude. Zur Mittagszeit wurden zudem noch mindestens ein Dutzend verschiedene Kuchensorten aufgefahren. Chapeau!

Uns wurde erzählt, dass es eine logistische Herausforderung war, die Piloten der aus dem ganzen Bundesgebiet (und darüber hinaus) in den umliegenden Pensionen unterzubringen. Denn Bad Gandersheim ist eigentlich ein "Dorf" und hat nicht einmal ein Hotel. Toll anzusehen war der Formationsflug von fünf Do-27, die in Richtung Einbeck geflogen sind. Die Gäste an Bord wollten einmal den PS-Speicher von oben sehen, im Gegenzug gab es später eine kostenlose Führung für die Piloten in diesem tollen Museum. Was für eine schöne Idee!

Dieser kurze Trip hat uns sehr gut gefallen. Es muss ja nicht immer 200km weit weg gehen...manchmal ist das Gute so nah. Dieses Treffen war zweifelsohne eine Attraktion, nur 36 km von Hildesheim entfernt. Gleichzeitig haben wir einen weiteren Platz in der Liste, das war die Nr. 90. Dreistellig soll es noch werden in diesem Jahr!

Kurztrip an die Nordsee

Was für eine Hitze! Perfektes Wetter für einen Trip an die Nordsee. Von den Ostfrisischen Inseln fehlen uns nur noch ein paar in der Liste, an diesem letzten Samstag im Juni war Norderney (EDWY) an der Reihe. Der Anflug auf die Insel ist immer ein absolutes Highlight! Bei dem Wetter ist natürlich auch richtig was los in der Luft und wir sind beide gefordert, um uns zwischen die schneller fliegenden Maschinen einzuordnen und alles im Blick zu behalten.

Es ist immer wieder faszinierend, wie viel Betrieb auf den Flugplätzen herrscht. Der Flugleiter hat alle Hände voll zu tun mit dem Funk und muss nebenbei noch die Landegebühren abkassieren. 13 € sind ganz schön happig, allerdings ist da auch die Kurtaxe mit drin. Die Fahrräder am Platz sind heiß begehrt. Gott sei Dank waren um 11 Uhr noch etliche Räder da, so dass wir die etwa 6 km in die Stadt zügig zurücklegen konnten.

Nachdem wir uns einen kurzen Überblick über das kleine Städtchen verschafft haben, entschieden wir uns für ein Fischbrötchen und eine Apfelsaftschorle am Strand. Wir hatten keinen großen Hunger und wenig Lust auf die überfüllten Lokale. Einfach schön, dem Treiben zuzusehen und auch mal die Füße in die kalte Nordsee zu halten.

Genug Sonne getankt, genug gegessen und getrunken. Auf gehts Richtung Heimat. Das ist das Schöne am Fliegen: man freut sich auch auf den Rückweg! In unserer Flughöhe von ca. 600m ist es zwar nicht wesentlich kühler als am Boden, aber es weht uns immer der Wind um die Nase. Bei Ebbe ist der Anblick von oben wirklich schön und man kann sich kaum satt sehen. Einen Abstecher nach Leer mussten wir noch einlegen zwecks Tanken. Der Andrang an diesem Tag war jedoch schon so hoch, dass sie kein Superbenzin mehr anbieten konnten! Glücklicherweise können wir hin und wieder auch Avgas tanken, das hat uns einen weiteren Stop an einem anderen Flugplatz erspart. Es war ein genialer Tag und wir freuen uns schon auf die nächste Hitzewelle, damit wir auch die anderen Inseln noch anfliegen können.

Wiedersehen mit Jana & Rudi

Wir haben den Kontakt nie ganz verloren zu einem Kumpel aus der Motorradzeit. Mindestens acht Jahre ist es her, dass wir uns zuletzt getroffen haben. Rudi hat mit Jana inzwischen eine große Familie mit zwei Kindern und Hund. Unser aller Leben hat sich in eine andere Richtung entwickelt, das Motorrad ist Geschichte. Als Rudi von unserem "neuen" Hobby erfuhr, wollte er sich das auch mal live ansehen. So kam es, dass wir uns in seiner Heimat getroffen haben. Den Flugplatz Diepholz (ETND) hatten wir bisher immer links liegen gelassen, weil es ein militärischer Platz ist. Dank Rudi´s Hinweis erfuhren wir, dass der Platz am Wochenende zivil genutzt und angeflogen werden kann. Somit haben wir nun unsere erste "ET" Flugplatzkennung in unserem Flugbuch stehen, woran man einen Bundeswehrplatz erkennen kann.

Der Flugplatz ist leider ziemlich ausgestorben. Vermutlich wissen nicht viele Piloten, dass man dort hinfliegen kann. Die meisten Funksprüche auf der Frequenz erfolgen zur Abfrage der Kontrollzonenaktivität. Sprich, die meisten fliegen nur vorbei. Sei´s drum, die nette Dame in dem kleinen Café war sehr bemüht und kinderfreundlich. Drei Stunden haben wir gequatscht und uns ausgetauscht, es war ein richtig schönes Wiedersehen und es wird auch nicht das letzte sein! Nun aber wieder los, das Wetter ist schön und die nur 118 km lange Strecke sind wir auf dem Rückweg mit einigen Schlenkern geflogen. Macht auch Spaß, einfach so durch die Gegend zu fliegen und hier und da noch einen Abstecher zu machen.

Himmelfahrt in Freiburg

Schon länger hatten wir den Wunsch, den Flugplatz Freiburg (EDTF) anzufliegen und dort ein paar Tage zu verbringen. Die Strecke ist uns für ein normales Wochenende zu lang, aber das Himmelfahrtswochenende mit dem Brückentag bot sich perfekt an. Bis kurz vorher haben wir kaum an das Zustandekommen der Tour geglaubt, weil die Wettervorhersage nicht so doll war. Dann kam es aber doch anders und wir konnten starten! Die rund 500 km lange Strecke geht nicht ohne Zwischenstopp, den haben wir in Aschaffenburg (EDFC) eingelegt. Dort bot sich in dem Restaurant am Platz ein gemeinsames Mittagessen mit Bekannten von Roger an.

Auf der zweiten Hälfte der Strecke ließ der Gegenwind Gott sei Dank nach und der Flug am Schwarzwald entlang war sehr abwechslungsreich. Nach der Ankunft in Freiburg haben wir uns für den Mietwagen von App2drive entschieden, weil wir an den zwei Folgetagen Ausflüge in die Umgebung machen wollten.

Am Freitag stand zunächst eine Kurzbesichtigung der sehr sehenswerten Stadt im Breisgau an. Wir haben am Münsterplatz gefrühstückt und das Markttreiben beobachtet. Der Freiburger Münster ist nicht nur von außen überwältigend sondern beeindruckt auch von innen.

In der ganzen Größe kann man das Bauwerk nur von oben ausmachen, so sind wir auf den Aussichtsturm vom Schlossberg geklettert. In der Abendstimmung war es ein absolutes Highlight und das Erklimmen der 189 Stufen bis zur obersten Spitze hat sich gelohnt! Grandios die Ausläufer des Schwarzwalds, die Rheinische Tiefebene und am Horizont die französischen Vogesen zu sehen!

Am Samstag sind wir raus aus der Stadt und zunächst auf den Aussichtspunkt Schauinsland. Von unseren Motorradzeiten ist uns diese geile Kurvenstrecke noch gut in Erinnerung. Der Blick ist immer wieder schön und sehenswert! Von dort ging es weiter nach Titisee-Neustadt an den See. Es ist zwar etwas "Kitsch-Tourismus" in dem Ort, aber trotzdem schön anzusehen. Nach einer kleinen Bootstour sowie Kaffee & Kuchen sind wir dann wieder zurück gefahren.

Der Samstag stand im Zeichen der alten Heimat von Roger in Lörrach. Die Gegend dort weckt alte Erinnerungen und wir haben tatsächlich noch Menschen getroffen, die Roger aus Kindertagen kennt. Die Burg Rötteln liegt wunderbar an einem der Hänge bei Lörrach und man kann sogar das Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungrau in den Berner Alpen sehen! Am Tüllinger Berg haben wir ein kleines "Erdbeer-Picknick" gemacht und den Blick auf Basel genossen. Der Rückflug am Sonntag stand im Zeichen besten Tragschrauber-Wetters! Einfach herrlich die warme Luft und der blaue Himmel. So zeigte sich der Schwarzwald für uns noch einmal von der besten Seite. Auch das Karlsruher Schloss sieht von oben wunderschön aus!

Da wir fleißig an unserer "Sammlung" von Flugplätzen arbeiten, haben wir für diesen Rückflug einen anderen Zwischenstop ausgewählt: Michelstadt im Odenwald (EDFO). Der Platz hat seine Tücken und an diesem Tag mit Crosswind aus südlicher Richtung nicht so ganz einfach anzufliegen, weder bei der Landung noch beim Start. Aber diese Tücken tragen schließlich auch zum Erfahrungsschatz bei. Der Platz selbst ist ganz hübsch, im Lokal war man allerdings mit den paar Gästen heillos überfordert. Nach dem Mittagessen und Tanken sind wir auf die letzte Etappe gen Heimat. Es war ein super schönes Wochenende und wir hatten dolles Glück mit dem Wetter!

Stippvisite in Coburg

Endlich waren die kalten Tage vorbei und die Wettervorhersage versprach ein sonniges Wochenende. Wir entschlossen uns zu einer großen Tagestour in die Region Oberfranken. Der Flugplatz Coburg-Brandensteinsebene (EDQC) erschien für uns günstig, da die Stadt in Fußreichweite liegt. Die Flugstrecke von insgesamt 230 km wählten wir westlich an Eisenach vorbei und südlich am Thüringer Wald entlang. Die Landschaft in der Ecke ist wirklich schön und der zweistündige Flug entsprechend kurzweilig. In Coburg angekommen waren wir beeindruckt von dem Anflug auf die Piste 12, denn die Veste Coburg liegt in unmittelbarer Nähe vom Flugplatz und der Landeanflug führt direkt daran vorbei. Es fällt schwer, sich auf die Landung zu konzentrieren, so toll sieht das aus! Die Lage des Flugplatzes auf der Anhöhe mit der Veste im Hintergrund ist wirklich ein Highlight!

Wir haben uns erst einmal die Außenanlage der Veste angesehen. Es gibt viel zu entdecken und man genießt einen wunderbaren Rundumblick. Direkt an der Veste schließt sich der Hofgarten an und zieht sich bis zur Innenstadt. Einen schöneren Fußweg in die Stadt kann man sich kaum vorstellen! Erinnerungen an Weimar wurden wach, dort sind wir auch durch eine große Parkanlage gelaufen. Der schattige Weg kam uns bei den sommerlichen Temperaturen gelegen, denn für den Flug hatten wir uns etwas wärmer angezogen.

Für einen ausgiebigen Stadtrundgang blieb leider nicht viel Zeit, somit hat sich unsere Erkundung auf die Altstadt beschränkt. Am Marktplatz haben wir lecker gegessen und dem Treiben auf dem Wochenmarkt zugesehen. Mit einem Eis in der Hand sind wir dann ganz gemütlich wieder durch den schönen Hofgarten Richtung Flugplatz gelaufen. Nun ging es allerdings bergauf, was mit langer Hose und Wanderschuhen dann doch etwas mühsam war. Im Fliegerstübchen am Platz haben wir uns noch etwas Erfrischendes gegönnt und uns fürs Tanken am Platz entschieden. Dort gibt es leider nur Avgas, eigentlich nicht der richtige Sprit für uns. Aber wir hatten keine Lust mehr auf einen Zwischenstop und wussten, dass unser Rotax hin und wieder auch das verbleite Flugbenzin verträgt. Beim Tanken sprach uns Ulrich an, er fiel uns vorher schon mit seinem spacigen "Arrowcopter" auf. So eine Maschine haben wir vorher auch noch nicht gesehen. Wir haben uns nett unterhalten und über schöne Flugplätze in Deutschland ausgetauscht. Vielleicht sehen wir uns bei einem unserer nächsten Touren in der Gegend wieder, die Adresse haben wir ja!

Der Rückweg wurde durch eine kleine Gewitterzelle versperrt, die sich über dem Thüringer Wald gebildet hatte. Daher haben wir kurz nach dem Abflug umdisponiert und anhand des Regenradars einen kleinen Korridor zwischen den Regenzellen für den Flug über das Mittelgebirge gewählt. Hat gut geklappt und hinter Eisenach trafen wir wieder auf die geplante Route. Auch wenn man als Flieger am liebsten immer schönes Wetter haben möchte, sehen dicke Regenwolken über den Bergen schon sehr beeindruckend aus! Das Lichtspiel mit den Wasserfahnen, Nebelschwaden über den Wäldern und zwischendrin ein Regenbogen ist ein wirklich schönes Naturschauspiel. Rechtzeitig vor der Schließzeit sind wir wohlbehalten wieder in Hildesheim gelandet. Es war ein langer und anstrengender, aber auch ein richtig toller Tag!

Flugplatzfest in Bohmte

Wir werfen immer mal wieder einen Blick in den Terminkalender vom Fliegermagazin und wenn es passt, besuchen wir ab und zu auch mal ein Flugplatzfest. Nun war endlich Bohmte-Bad Essen (EDXD) an der Reihe. Wir wussten schon, dass dort immer am 1. Mai was los ist. Aber die Größenordnung war uns nicht bewusst. Seit vielen Jahren bereits organisiert der LSV Wittlage e.V. dieses große Fest und bei gutem Wetter zählen sie dort an die 10.000 Besucher! Schon der Anflug war spannend, am Airport Frankfurt dürfte kaum mehr los sein als an diesem Tag in Bohmte!

Wir sollten eine lange Landung machen und die Maschine auf einer Abstellfläche am Ende der Piste abstellen. Die Einweisung war mit einem Follow-me Fahrzeug sowie Platzeinweiser und kurz nach dem Aussteigen kam ein T5 Bus als Taxi, um uns zum Rummelplatz zu bringen. Es gab Buden wie auf einem Jahrmarkt, Kaffee und Kuchen mit über 100 Kuchensorten, Rundflüge, Flohmarkt und Kinderbelustigung.

Der Modellflugplatz war auch ein Highlight mit den vielen sehenswerten Modellen im Groß- und Kleinformat. Für die Kinder gab es einen "Bonbonabwurf" aus einem der Flieger...tolle Idee. Einige Maschinen im Echtformat konnte man nicht nur bestaunen sondern auch zum Rundflug buchen: Antonow An-2, Dornier Do 27, AERO 145 und einige Maschinen mehr.

Für Action wurde ebenfalls gesorgt: der Hubschrauber Ecureuil AS350 zeigte ein paar Kunststücke genauso wie ein Segelflieger mit Kunstflugtauglichkeit. Sehr beeindruckend! Nachdem wir an verschiedenen Buden unseren Magen reichlich gefüllt und den Trubel ausgiebig genossen haben, sind wir wieder gen Hildesheim gestartet. Das Wetter war an diesem Tag nicht unbedingt ein fliegerischer Traum, aber vor Ort war es prima und es hat uns sehr gut gefallen.

Ostern in Trier

Glück muss man haben! Wie Millionen andere Deutsche auch waren wir voller Vorfreude auf vier freie und sonnige Tage. Somit war klar, dass wir eine Übernachtungstour unternehmen werden. Unsere Wahl fiel auf Trier an der Mosel. Dank B&B Hotelgutschein sollte es eine Stadt mit eben solchem Hotel und guter Anbindung sein. Der Flugplatz Trier-Föhren (EDRT) liegt gut 20 km nörlich der Stadt und hat sogar App2drive. Den Wagen haben wir aber gar nicht genutzt, weil man in Trier selbst kein Auto braucht. Gegen kurze Fußmärsche haben wir nichts einzuwenden, deshalb war der nahgelegene Bahnhof mit der guten Bahnanbindung für uns eine gute Wahl.

Trier ist eine bezaubernde Stadt! Die jahrtausendalte Geschichte ist allgegenwärtig zwischen Dom, Porta Nigra und Römischer Brücke. Im Palastgarten konnten wir uns gar nicht satt sehen an den farbenprächtigen Blumen vor dem strahlend blauen Himmel. Ein Gedicht auch für uns als "Kulturbanausen". Man kann alles wunderbar zu Fuß ablaufen.

Für die Gegenden, die man nicht mal eben zu Fuß erkunden kann, haben wir ein uns gut bekanntes Fortbewegungsmittel gewählt: den Segway. Eine Stadtrundführung mit dem Segway ist einfach toll und besonders in Trier ein Muss. Denn die Route ist sehr abwechslungsreich! Zunächst durch die Stadt und verschiedene Parks, an der Mosel entlang, durch einen niedlichen Schrebergarten und durch die Weinberge. Einfach traumhaft der Blick vom Weinberg auf Trier und die Mosel!

Die Stadt aus der Vogelperspektive ist natürlich auch wunderschön. Besonders wenn man schon einige Wege zu Fuß abgelaufen ist, kann man aus der Luft die geografischen Zusammenhänge der historischen Bauten besser herstellen.

An einem Tag haben wir einen Tagesausflug zum Flugplatz Pirmasens (EDRP) am Fuße des Pfälzer Waldes gemacht. Auf dem Platz war jedoch leider nicht viel los. Immerhin haben wir im hübschen Fliegerlokal gegessen und einen kleinen Plausch mit den Polizisten des EC135 aus Koblenz gehalten. Tauschen wollten sie ihren Eurocopter gegen unseren Autogyro jedoch nicht. Am Flugplatz Trier-Föhren waren wir gut aufgehoben und haben mit Steffy und Konrad zwei sehr nette Flugleiter kennengelernt. Wir bedanken uns für den freundlichen Service und kommen gerne wieder!

Kleiner Flugplatz - viel Action!

An diesem ersten Aprilsonntag führte unser Ausflug Richtung Franzi´s alte Heimat. Den Flugplatz Oldenburg-Hatten (EDWH) "hatten" wir schon häufig überflogen bzw. links liegen gelassen. Nun fiel uns beim Stöbern im Internet auf, dass der Platz eine sehr ansprechende Homepage hat und richtig interessant zu sein scheint. Also auf nach Oldenburg!

Der Flugleiter begrüßte uns mit einem freundlichen "Moin, moin". Das Restaurant am Platz ist sehr hübsch eingerichtet und mit einigen Flieger-Accessoires dekoriert. Franzi´s Eltern kamen auch, so konnten wir gemeinsam Mittagessen. Nach dem Essen bekamen wir noch ein dolles Kunstflugprogramm mit einem Pitts Doppeldecker geboten. Coole Manöver und viel Action sorgten für Begeisterung bei den Gästen. Am Ende der Flugvorführung sah es aus, als würde der Pilot einen Donut drehen, so versank die Maschine im Kunst-Qualm. Der Platz hat uns gut gefallen, wir kommen gerne wieder. Und so ganz nebenbei war es unser Flugplatz Nr. 80!

Auf den Spuren der Hanse

Schon wieder sind vier Wochen vergangen, seitdem wir das letzte Mal in die Luft gegangen sind. Aber nun ist der Frühling endültig in greifbarer Nähe. Für diesen letzten Samstag im März haben wir uns eine kleine Tour nach Korbach (EDGK) überlegt. Wir sind schon einige Male über den kleinen Platz geflogen, liegt er doch in unmittelbarer Nähe vom Edersee und damit auf einer unserer häufig geflogenen Routen. Wir erfuhren von den sehr netten Herren am Flugplatz, dass Korbach die einzige Hansestadt in Hessen ist und manch ein Besucher schon vergeblich den Hafen gesucht hat. Ohne Erwartung auf einen Hafen sind wir die nur zwei Kilometer lange Strecke in die Stadt gelaufen. Ist ganz hübsch dort, aber auch recht verschlafen. Nach Kaffee und Kuchen und einem kurzen Rundgang durch die Stadt haben wir uns dann auch wieder auf den Rückweg gemacht. Auf dem Rückflug sind wir (unter Beachtung der Halbkreisflughöhe) in einer für uns seltenen Flughöhe von 5.500 Fuß geflogen, ist auch mal eine interessante Perspektive!

Winterfrühling -Reloaded-

Das ist ja kaum zu fassen, wir schreiben den Monat Februar und das Wetter ist megaschön!! Was für ein Glück, so konnten wir schon das zweite Wochenende in Folge fliegen. An diesem letzten Sonntag im Monat hieß unser Ziel Paderborn-Haxterberg (EDLR). Der kleine Flugplatz vor den Toren der Stadt erschien uns vom Internetauftritt ansprechend zu sein inkl. Restaurant am Platz. Der Flug dorthin war schon grandios, ein blitzeblauer Himmel und quasi kein Wind. Wir haben uns aufgrund der niedrigen Temperaturen erst um kurz nach 11 Uhr auf die nur knapp 100km lange Strecke gemacht. Wirklich traumhaft war der Tag mit einer fantastischen Sicht. Die Rennstrecke Bilster Berg, auf der wir vor ein paar Monaten mit dem Jaguar F-Type R rumgedüst sind, konnten wir uns nun auch einmal von oben ansehen.

Auf dem kleinen Flugplatz, der nur einen "Steinwurf" vom Flughafen Paderborn-Lippstadt entfernt liegt, war richtig Betrieb. Wir hatten Glück und konnten mit unseren Freunden einen der wenigen Tische in der Sonne ergattern. Lecker Mittagessen, Sonnenschein, Flugzeuge gucken und quatschen. Was kann es für einen Sonntag Schöneres geben?! Leider war die Zeit schon viel zu schnell vorbei und wir mussten uns wieder auf den Rückweg begeben. Aber für einen Februartag war das schon großartig und nicht mehr zu toppen!

Winterfrühling

Kaum zu glauben! Ein Hauch von Frühling mitten im Februar...und dann auch noch genau am Wochenende. Mehr Glück kann man kaum haben. Somit stand für uns natürlich fest, dass wir auf den Flugplatz fahren. Zunächst stellte sich jedoch heraus, dass die lange Standzeit von drei Monaten bei unserer Maschine leichte Spuren hinterlassen hat. Nach dem Check fiel uns ein Benzinfleck auf und Thomas wusste sofort die Ursache. Die Schwimmer im Vergaser haben sich vollgesogen, wohl ein altbekanntes Problem beim Rotax. Ruck zuck hatte er die Teile ausgebaut und neue Schwimmer nebst Dichtung eingebaut. Was für ein Glück, dass wir unsere Maschine bei ihm stehen haben. Wir allein hätten den Fehler natürlich nicht sofort erkannt.

Dann standen zunächst ein paar Platzrunden mit Melanie auf dem Plan. Halbe Stunde Franzi, halbe Stunde Roger. Ist immer besser, nach so einer langen Zeit erst mit dem Fluglehrer loszuziehen. Danach sind wir beide noch einmal alleine los für einen Lokalflug. Die alten Motorradstrecken abfliegen, über Süntel und Deister dann wieder zurück nach Hildesheim. Es war ein toller Tag nach der langen Zeit!